Coporate Wording

Der Geist

Der Geist offenbart sich
durch die Blicke und die Worte
Denn die Seele ist unsere Bleibe,
unsere Augen sind ihre Fenster
und unsere Lippen ihre Boten.

Khalil Gibran  

Ein Konzept das in eine Geschichte eingepackt ist, wird leichter gelingen als wenn es nur aus Zahlen, Diagrammen und Begriffen besteht. Es gibt keine effizientere Methode der Datenverarbeitung, als Informationseinheiten in Geschichten zu verpacken. Natürlich ist es einfacher zu berichten, man hätte ein Haus besichtig, das gut und gern 500.000 EUR wert sei. Die Reaktion ihrer Zuhörer ist ihnen sicher. Aber werden sie von dieser Information emotional berührt? Wenn Sie erzählen, welch großartigen Ausblick sie vom Wohnzimmer aus über die Weinberge haben, welch vielfältigen Pflanzen im Garten gerade blühen und wie die Abendsonne auf der Terrasse zum Verweilen einlädt, dann werden Sie das Kopfkino ihrer Zuhörer automatisch einschalten, es entstehen Bilder und Emotionen. Und genau das wünschen sich Kunden: sie möchten verführt werden. Eine Geschichte, ein Text passt, wenn unterschiedliche Menschen sie lesen, wenn sie interessiert und wenn sie mehrere Lesearten erlaubt. 


 

»Die Kommunikationsstrategien der Konkreten Kunst am Beispiel Plakat«

Ein Auszug:
1 Einführung / 1.1 Begriffserklärung

Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts umfassende Neuorientierung der Kunst führte zu einer radikalen Absage an alle hergebrachten künstlerischen Ausdrucksformen. In Anlehnung an die Architekten der Klassischen Moderne, die mit ihren lichten, geometrischen Gebäuden die klassische Architektursprache überwanden, wollten sich auch die Konkreten Künstler von jeder Tradition lösen und zu einer neuen Kunst gelangen, die keinerlei Bezug zur außerkünstlerischen Wirklichkeit und zur traditionellen Malerei besitzt. Theo van Doesburg ist als Begründer der Konkreten Kunst anzusehen. 1930 formulierte er in der Zeitschrift AC (art concret )die Kernideen dieser Kunst:

»Konkrete Malerei, nicht abstrakte, weil nichts konkreter, nichts wirkli- cher ist als eine Linie, eine Farbe, eine Fläche. Sind auf einer Leinwand eine Frau, ein Baum oder eine Kuh etwa konkrete Elemente? Nein. Eine Frau, ein Baum, eine Kuh sind konkret in der Natur, aber in der Malerei sind sie abstrakt, illusorisch, vage, spekulativ; eine Fläche hingegen ist eine Fläche, eine Linie eine Linie, nicht mehr und nicht weniger. …«

Forschungsauftrag ZHdK / civic city

Betreuer: Ruedi Baur, Clemens Bellut, Vera Kockot


 

das weekly speedexhibitioning

Zeit sparen. Aber warum? Zeit ist doch die ökonomische Ressource, welche nicht angehäuft oder angespart werden kann, um einmal mehr davon zur Verfügung zu haben. Wer heute eine Stunde Zeit spart, hat am Sonntag nicht 25 Std. zur Verfügung. Zeit gilt als wichtigste Quelle zur Gewinnung von Konkurrenzvorteilen. Zeit ist Geld. Zeit ist relativ. Am Faktor Zeit treffen das Minimalprinzip des wirtschaftlichen Handelns und das gewünschte Maximalprinzip des Individuums aufeinander. Während man uns in immer weniger Zeit immer mehr Effizienz, Produktivität und Flexibilität abverlangt, möchten wir doch nicht mehrals mit unserer Zeit das Optimale erreichen. Es gilt also beides miteinander zu verknüpfen, ein individuelles Optimum des Faktors Zeit zu gewinnen. So ist das Wort Zeit ist eines der am häufigsten verwendeten Hauptwörter in unserer Kommunikation. Es artet aus in Bewegungen wie slow food, slow life, slow-forward oder slow city (cittaslow). Doch ist die Antwort auf unsere Hochleistungsgesellschaft mit immer extremeren Zeitspiralen einzig die Langsamkeit? Wie lassen sich Lösungsansätze, Perspektiven, Reflexionen im Diskurs zu Zeitsouveränität und Zeitkompetenz visualisieren? Wie lässt sich das Thema Zeit aus einer kreativ-ironischen Perspektive aufbereiten?

Wenn Zeit nicht nur als knappes Gut empfunden wird, sondern als Ereigniszeit,  dann sollte Langeweile als »Lange Weile« der absolute Luxus sein, vor dem davonzurennen sich nicht lohnt. Denn die »Lange Weile« ist die Basis unserer Existenz, hier reflektieren wir uns, manivestiert der Künstler Anselm Kiefer. Gehen wir der Zeit auf den Grund oder hetzen wir ihr hinterher. Wir lassen uns darauf ein. Die Krieger des Lichts werden nun für einen Zeitraum von 7 Wochen zu den Kriegern der Zeit. Es verändern sich die Perspektiven und es wandeln sich die Standpunkte zum Thema Zeit. Das von den Kriegern des Lichts geplante weekly speedexhibitioning operiert mit dem Faktor Zeit. Es entsteht ein Abbild, eine Botschaft, ein Raum-Zeit-Kontinuum realisiert von unterschiedlichen Künstlern und Kreativen (Fotografen, Gestaltern, Architekten. Es agieren 10 Künstler. Es bleiben 10 Thesen. Diegenutzte Zeit wird zur Summe der Erfahrungen. Diese halten wir fest. Ob wir sie nutzen, das zeigt die Zeit. 

 Eines aber ist und bleibt: Wer jetzt nicht lebt,
wird nichts erleben.

Zehn Künstler und Kreative bespielen im wöchentlichen Wechsel zwei Ausstellungswände. Unter strengen Zeitvorgaben. Nach strikten Effizienzkriterien. Mit kleinem Budget. Und nach zwölf Stunden ist jede Arbeit schon Geschichte. Das ist, sehr kurz gefasst, die Idee hinter dem Format, zu dem „Die Krieger des Lichts“ als Kuratoren gemeinsam mit Jean Drozat vom 05. Oktober bis 10. November in die Nürnberger Nordkurve einladen. Den eingeladenen Künstlern, allesamt auf den unterschiedlichsten Feldern zuhause, wird in puncto Effizienz einiges abverlangt. Für den Aufbau ihrer Installationen, Objekte, Fotografien oder typografischen Arbeiten haben sie gerade mal zwölf Stunden Zeit – und nur ein schmales Budget. Weil auch die Fläche bestmöglich genutzt werden soll, werden natürlich zwei Wände von zwei Künstlern bespielt, immer im wöchentlichen Wechsel. Bei aller skizzenhaften Flüchtigkeit sollen jedoch die zentralen Thesen der Arbeiten erhalten bleiben. Ihr widmet sich die neue Ausgabe des Licht-Magazins der Krieger.

Ausstellung der »Krieger des Lichts«, Nürnberg 2012


 

Wert und Wertigkeit

Ich wurde gebeten in diesem Artikel Bezug zu nehmen auf einen Artikel, erschienen im Portal www.designobserver.com. Ähnlich einem empörten, fassungslosen Aufschrei, setzt sich dieser mit dem Wertverlust des Designs in unse- rer Gesellschaft im Angesicht der aktuellen Ereignisse in Griechenland, Spanien sowie der Bankenkrise in den USA auseinander. Doch dieses Thema ist alles andere als neu. Seit Jahrhunderten ist die Frage der Wertigkeit von Leistungen immer ein Spiegel der Gesellschaft, die diese Werte festlegt und in Wirtschaftsphasen schwanken lässt. 

Bereits im Mittelalter entstanden die Zünfte zur Wah- rung gemeinsamer Interessen, basierend auf der Idee des collegiums aus römischer Kaiserzeit, dies setzte sich fort über die Arts & Crafts Bewegung ab 1850 hin zum Ring neuer Werbegestalter 1929. Sie alle hatten zum Ziel die volle Wertigkeit dessen, was sie tun zu kommunizieren, zu demonstrieren, wiederherzustellen. Doch welche Inhalte ergeben sich im Rahmen dieses Diskurses im eigenen De- signschaffen im Hier und Heute? Zunächst einmal geht es um die grundsätzliche Fähigkeit, das eigene Handeln – und dessen Folgen – in seine vielschichtigen Kontexte einord- nen zu können. In Zeiten wo Naildesign und Hairdesign in einem Atemzug mit Grafikdesign genannt werden, muss das »Design« der Gesellschaft, in welcher wir leben und arbeiten werden, bereits in der Ausbildung beschrieben werden um überhaupt die Frage der Möglichkeiten bzw. Auswirkungen von Design auf ebendiese untersuchen zu können. »Bedroht ist nicht mehr das Leben, sondern sein Sinn.« Diese Aussage von Gerhard Schulze können nahezu 90 % aller Gestalter ab dem 30. Lebensjahr und einigen Jahren Berufserfahrung unterschreiben. Die Welt dreht sich immer schneller, die Anforderungen werden immer größer und Flexibilität ist das Maß aller Dinge. Doch da taucht Niklas Luhmann auf. Nicht nur, dass seine Bücher über Jahrzehnte nichts an Faszination und Allgemeingültigkeit verloren haben, er macht Hoffnung: »Die Zukunft liegt nicht mehr im Zweck, nicht im Plan. Sie wird, wie einst das jüngste Gericht, als Überraschung kommen.« Eine Haltung zum Design zu haben, eine ei- gene Meinung zu artikulieren, einen Stil zu entwickeln und zu verteidigen und dem Kunden vielleicht gar den Unterschied zwischen CI und CD zu erklären, das sind Fähigkeiten/Eigenschaften, die gemeinhin von Gestaltern erwartet werden. Doch im alltäglichen Arbeitsprozess sollen diese fruchtbaren Diskurse mit den Komplexitäts- und Wissensproblemen in unserer Zeit möglichst vermie- den werden – weil anstrengend und unangepasst. Es gibt ja auch immer jemanden, der »scheinbar« objektiv und stilsicher weiß, was der richtige Ansatz ist …make my logo bigger – ein running gag unter Gestaltern, jedoch die nackte, bittere Wahrheit. Sicherer ist die Flucht in die Anonymität der Menge und Klischees, und weil das so ist, wird die Zukunft als Überraschung kommen, so Luhmann. Wer auf Gurus hört, wird immer Follower sein, nie gestaltend seine Zukunft mitbestimmen. Die Arbeit des Gestalters ist extrem geworden, vor allem dort wo Verantwortung gebündelt wird und Know-how Bedin- gung ist. Dabei geht es nicht mehr nur um das Gestalten, Entwerfen und Produzieren, technisches Know-how ist – neben der Fähigkeit des Präsentierens und Verkaufens einer Idee/eines Konzeptes – Selbstverständnis geworden. 

Wenn es heute in der Werbung um das »people processing« geht, also nicht mehr um das »Befriedige mich« oder »Verführe mich!«, sondern um das »Verändere mich!«, mittels einer Marke als Medium der Transformation des Kunden, dann ist der Gestalter mehr denn je in der Verantwortung. Märkte zu verändern und damit »Haltung« einzunehmen ist harte Arbeit und nur mit kleinen Schritten zu bewerk- stelligen. Dass dies funktioniert zeigen Beispiele wie brand eins, le Monde diplomaticque oder die Zeitschrift der Stif- tung Bauhaus Dessau. Gut gestaltete Informationsmedien mit Inhalt, gebunden an einen entsprechenden Preis. Der Weg auf diesen Markt war sicher beschwerlich, aber ohne Haltung zum Design wird man als Gestalter seine eigene Wertigkeit nicht kommunizieren können. Meine goldene Regel: Was nichts kostet ist nichts wert. Das heißt nicht, dass ich nicht immer wieder persönliche Entscheidungen treffe, gewisse Aufträge zu anderen Bedingungen zu leis- ten, im Bereich Kultur und Bildung etwa, ich unterstütze Sportvereine, Wohlfahrtsverbände, Vereine die sich für die Interessen behinderter Menschen einsetzen. Doch genau das sind doch die wirklich relevanten Fragen, die wir uns im Leben stellen. Was hat eigentlich wirklich einen Wert, wo ist Geben wichtiger denn Nehmen und was würde ich für mich als Glück definieren, das Glück, welches mir die Kraft gibt, kreativ zu sein und meinen Weg zu finden. Den Weg zwischen dem Diktat einer Konsumgesellschaft und dem Anspruch als Gestalter an Inhalte und Werte und nicht nur an Marketingstrategien und schnellen Profit. Es geht letztendlich darum, dass die Dinge um der Menschen Willen existieren und nicht die Menschen um der Dinge willen, das sei ein geringer Trost. (Theodor W. Adorno)

Im Auftrag für D.G., veröffentlicht WHO Magazin der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg, 2012


 

Design im Innovationsprozess

Ein Auszug: »Innovationen sind im globalen Wettbewerb von existenzieller Bedeutung. Die rasante Angleichung der Technik, verkürzte Produktlebenszyklen und ein immer härter werdender Preiskampf führen zu einem steigenden Innovationsdruck. Dabei spielen nicht-technische Innovationen wie die Gestaltung, Bedienerfreundlichkeit oder Kundenansprache eine zunehmende Rolle für die Differenzierung auf dem globalen Markt. Durch die frühzeitige Einbindung von Designkompetenz entstehen Produkte, die innovativ sind und in der Gestaltung die emotionalen Bedürfnisse der Kunden berücksichtigen. Der Workshop vermittelt Techniken, wie Innovationen nutzerorientiert zu entwickeln sind.«

Workshop Bayern Design, Nürnberg 2012


 

Mini oder Midi

Eines der ersten Kleidungsstücke war ein Rock: Für Mann, Fau und Kind. Dieser Rock der Urzeit war gemacht aus dem Stück Fell eines Beutetieres. Kleidung diente in erster Linie als Schutz vor der Kälte. Die ursprünglichen Gewänder der Griechen waren noch recht geschlechtsneutral. Sie bestanden aus Stoffrechtecken, die ohne Zuschnitt um den Körper drapiert wurden und durch Gürtel, Broschen oder Nadeln zusammengehalten wurden. Die Grundformen der Gewänder blieben jahrhundertelang dieselben, auch wenn der Luxus zunahm. Die Stoffe oder Details änderten sich teilweise, aber die Linie blieb. Die Zeit der Ritter und Burgen, Minnedichter und Kreuzzüge weist auch noch keine besondere Vielfalt von Kleiderformen auf. Man trug bodenlange, faltenreiche Gewänder. Die einfachen Leute trugen kurze Kittelhemden, Hosen und Wickelstrümpfe. Die Verfeinerung der Schnitte im 12. Jhd. steht im Zusammenhang mit der Entwicklung des Schneiderhandwerks. Erst im 13. Jahrhundert wurde die Mode bunt, die Kleider üppig und verziert. Im 16. Jahrhundert begann man sich mit Mode als eigenständiges kulturelles Phänomen zu befassen.

Zenit Magazin im Auftrag Zenit, Ingolstadt, Text und Gestaltung, 2011
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